Mittwoch, 21. November 2018

"Und es Telefon bleibt im Däschche"...eine kleine erlebte Geschichte

Liebe Leserin, lieber Leser,

auf die Vorstellung "My Fair Lady" bei uns im Theater letzte Woche hatte ich mich sehr gefreut. Davor hatte ich mittags noch einen Workshop gegeben und geplant, in aller Ruhe zum Theater zu gelangen.
Aber , wie es so ist, kommt alles etwas anders als man denkt. Aufgrund des großen Interesses meiner Teilnehmerinnen und Teilnehmer, kam ich nicht umhin, den Workshop zu überziehen. Folglich konnte ich nicht mehr nach Hause, um mich umzuziehen. Dank der Businessgarderobe war ich aber für den Theaterbesuch  gut angezogen. Ich bin also nach dem Workshop mit dem Auto zum "Bowlinggreen" gefahren (das ist das Parkhaus unter dem Bowlinggreen - einem großen Platz vor Kurhaus und Theater bei uns in der Stadt), weil es zeitlich nicht mehr geklappt hätte, nach Hause zu fahren und mit dem Bus zum Theater zu kommen.
Ich hatte noch einen Parkplatz im 2. UG (da parke ich generell nie) erhalten. Während ich so die Treppenstufen an den Kolonaden hoch ging, ja fast hechtete, erhörte ich schon das dreimalige Klingeln als Signal, es geht gleich los.
So kurz vor knapp kam ich noch nie an. Der Herr an der Tür zu "meiner Reihe" im Großen Haus im Parkett meinte keck "och, Sie sinn doch noch pünktlisch".  Jetzt musste ich nur noch zu meinem mittigen Platz in Reihe 11 kommen. Ich bat fast jeden Gast in der Reihe, der aufstehen musste, um Verzeihung für mein gefühltes Zuspätkommen, denn - ich hasse Unpünktlichkeit und folglich versuche ich immer früher da zu sein.
Interessanterweise waren alle doch sehr entspannt. Statt grimmiger Mienen strahlten mich lächelnde, teilweise mitleidsvolle Gesichter an. Ich war dankbar.
Bevor es aber los ging, wurde noch darauf hingewiesen, das mobile Telefon nicht zu nutzen und insbesondere gebeten, auch keine Fotos zu machen. Sehr verständlich.
Es gibt aber immer wieder Menschen, die sich nicht daran halten, teilweise auch ungefragt knipsen, filmen, wie neulich bei einem Konzert im Kurhaus bei uns.  So ein Blitzlichtgewitter. Es funkelte nur so im Dunkeln, auch während der Vorstellung.
Zurück zum Theaterbesuch und zum Aspekt "Theater - Knigge". Wie halten Sie es denn so mit der Kleidung? Gewiss ist eine schicke Jeans mit schickem Oberteil wie z. B. einem Blazer, salonfähig geworden, keine Frage. Aber mit  fusseligem Fleecepullover und abgewetzten Jeans in eine Abendvorstellung?  Vielleicht bin ich  zu altmodisch, aber ich ziehe mich dem Anlass entsprechend an, trage zu einer schönen Vorstellung bei uns in so einem schönen Hause keine Jeans. Zu Jeans im Theater würde meine Oma in ihrer hessischen Mundart sagen "Ei des is jo förschderlich".
Die Zeiten wandeln sich, dennoch sollte immer bedacht werden,  dass Kleidung etwas mit Respekt zu tun hat, Respekt dem anderen gegenüber, und hier den Theatermitarbeitern und den Schauspielern und Musikern. Und darüber hinaus gibt der Rahmen einer Veranstaltung doch die Art der Kleidung vor.
Gen Ende einer Vorstellung, gibt es das Phänomen, dass einige Besucher schnellstmöglich den Ausgang suchen, auch wenn die Schauspieler noch auf der Bühne sind. Man möchte wohl schnell an die Garderobe, um ja nicht Schlange stehen zu müssen.
Nochmal zu meiner Story: Ich habe da kein Problem, beim Mantelabholen zu warten. Ich verließ nach Ende der Vorstellung das Theater, zückte mein Parkticket, und musste erfahren, dass der Automat dieses nicht angenommen hat. Immer wieder kam die Karte heraus. Ich lief zur Aufsicht, die mir dann sehr freundlich eine neue Karte gab, mit dem Tipp, die Karte nicht in die Seitenlasche des
Foto: Pixabay; KRiemer
Handytäschchens (meines wird mit einem Magneten geschlossen) zu stecken, da der Inhalt auf dem Streifen der Parkkarte eben durch den Magnet gelöscht wurde. An das habe ich vorhin nicht gedacht, ging es durch meinen Kopf. Aber, dank der Hilfe, war das alles kein Problem.

 Was hätte meine Oma als Fazit gesagt?

- Mit Höflichkeit kommt mer weider,
- Mir ziehn uns fürs Theader annstännisch an
- Mir warte an de Gardeobe, bis mer drankomme
- Die Parkkatt kommt ins Portmonä und
- Es Telefon bleibt im Däschsche.

In diesem Sinne, ich wünsche Ihnen noch eine erfolgreiche Woche

Bleiben Sie mir inspiriert

Herzliche Grüße

Karin Schleines






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