Kalabresische Eindrücke: Dolce Vita, feine Umgangsformen und
eine unvergessliche Gastfreundschaft
1: Die Einladung und das Reisefieber
Liebe Leserin, lieber Leser,
wie wunderbar, dachte ich, als vor einem Jahr die Einladung zu einer Hochzeit in Süditalien eintraf. Ich war zutiefst gerührt, dass mich die Tochter einer lieben Freundin zu diesem großen Ereignis eingeladen hatte. Schon damals ahnte ich, dass dies eine Hochzeitsfeier werden würde, an die ich noch sehr lange und voller Freude zurückdenken werde.
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| Blick auf einen Küstenabschnitt in Kalabrien Foto: Karin Schleines |
Es war eine Einladung mit einer modernen
und besonderen Note. Sie kam mit Musik und als digitales „Save The Date“ für ein langes, sonniges Juli-Wochenende 2026. Ich prüfte sofort meinen Kalender und sagte voller Vorfreude zu. Die offizielle, detaillierte Einladung folgte dann etwas später.
Ich las alle bereitgestellten
Informationen ganz genau. Schließlich war dies für mich eine echte Premiere:
Zum ersten Mal buchte ich eine derartige Reise komplett auf eigene Faust – von
der An- bis zur Abreise. Gott sei Dank gab es hervorragende
Unterkunftsempfehlungen direkt vom Hochzeitspaar, denen ich gerne nachkam.
Ich war hocherfreut und ging schon
ziemlich früh an die detaillierte Organisation. Flug und Unterkunft mussten
abgestimmt werden. Besonders über den Transfer machte mir im Vorfeld
Gedanken: Wie würde ich am besten vom Flughafen durch das Land zum Hotel
kommen, das immerhin rund 130 Kilometer entfernt lag? Doch im Rahmen der
Reservierung reagierte der Service des Hotels – eine ehemalige Residenz /
Herrenhaus – großartig: ein pittoreskes Zimmer in diesem Hotel in einem
wunderschönen Örtchen oberhalb des Meeres und ganz in der Nähe des Ortes der
Festlichkeit wurde mir fest bestätigt. Auch die Planung eines Transfers für
Ankunft und Abfahrt wurde mir direkt zugesichert, wie auch die
diversen weiteren Transfers, die noch kommen sollten.
Neben der Logistik interessierte mich natürlich
vor allem die Historie der Gegend, das kulturelle Flair und nicht zuletzt die
berühmte gastronomische Vielfalt Süditaliens. Ich wälzte Abende um Abende
voller Vorfreude Prospekte und Berichte und Bücher.
Als die finale digitale Einladung kam, stellte sich heraus, dass das erste
„Save The Date“ das reinste Understatement gewesen war!
Über ein Online-Portal registrierte ich mich als Gast und wählte
mein Festmenü aus. Das Programm war überwältigend: Ein exklusiver Auftakt im
Beach-Club, gefolgt von einer eleganten „White Party“ in einer historischen
Villa am Vorabend, bei der auch die traditionelle italienische Serenata
stattfinden sollte. Am darauffolgenden Tag um 17:00 Uhr sollte dann die große
Hochzeit beginnen.
Inmitten eines kalten Wintertags saß ich also am Schreibtisch und plante
meine Reise zu dieser internationalen Hochzeit. Und während ich nach
dem für mich perfekten Kleid für den Hochsommer Ausschau hielt – was sich im tiefsten
Winter als gar nicht so einfach gestaltete –, erfüllte mich der bloße
Gedanke an diese Reise bereits mit wohliger sommerlicher Wärme.
Doch wie würde es sich anfühlen, nach monatelanger Vorbereitung
plötzlich den Fuß in dieses Hotel, hoch über dem Meer zu setzen?
Begleiten Sie mich im nächsten Teil auf
meinem Weg nach Kalabrien und erfahren Sie, warum die allererste Begegnung vor
Ort all meine Erwartungen an Freundlichkeit und menschliche Wärme weit
übertreffen sollte...
Karin Helga Schleines Etikette-Fact:
Digitale Einladungen im modernen Alltag
Heutzutage wirft das „Save the Date“ oder die offizielle digitale Einladung, insb. per
Smartphone via WhatsApp, oft Fragen auf: Ist das überhaupt stilvoll? Also ich habe
mich das gefragt.
Die moderne Etikette sagt ganz klar: Ja, das kann heute gemacht werden.
Gerade bei internationalen Hochzeiten bietet die digitale Form unschätzbare,
zeitgemäße Vorteile.
Sie ist umweltfreundlich, geht auf dem Postweg nicht verloren und ermöglicht dem Gast
eine direkte, unkomplizierte Rückmeldung – beispielsweise zur Auswahl des Menüs
oder zur Hotelreservierung. Die Knigge-Regel hierbei: Je exklusiver das Fest,
desto hochwertiger sollte denn auch das digitale Design sein. Oft wird die
moderne Variante mit Musik oder kleinen Video-Impressionen untermalt. Wichtig
ist jedoch, dass für ältere Gäste oder für den engsten Familienkreis parallel
immer noch eine klassische, gedruckte Karte als Zeichen besonderer
Wertschätzung zur Verfügung steht.
Digitale Einladungen im internationalen Business
Auch im beruflichen Umfeld haben sich digitale Einladungen längst etabliert.
Bei internationalen Meetings, oder B2B‑Konferenzen gelten sie heute
als Ausdruck von Professionalität. Sie ermöglichen eine
strukturierte Kommunikation über entsprechende Zeitzonen hinweg, bieten
technische Hinweise und könnten direkt in die Kalender der Teilnehmenden
integriert werden.
Wichtig ist dabei die Qualität der Gestaltung und die Präzision der Informationen: Agenda, Dresscode, technische Plattform und organisatorische Details sollten klar dargestellt werden. Für hochrangige Gäste oder langjährige Partner empfehle ich, zusätzlich eine kurze persönliche Nachricht als Zeichen besonderer Wertschätzung zu versenden. Moderne Höflichkeit zeigt sich hier nicht in der Form der Einladung, sondern in der Haltung, mit der sie umgesetzt wird. In diesem Sinne, ich wünsche Ihnen einen erfolgreichen Tag. Bleiben Sie mir inspiriert.
Herzlichst Karin Schleines
